Mittwoch, 28. Juni 2017

Das schmerzliche Leid, das einem Priester und pastorale Mitarbeiter antun...

Sie wollte gestern nur eine halbe Stunde bleiben, kündigte sie bei ihrem kurzfristig angemeldeten Besuch an. Lange hatten wir uns nicht mehr gesehen, die Küsterin und Organistin, mit der wir uns bei einer Tagung etwas angefreundet hatten, und wir. Nun war sie auf der Durchreise, wie sie sagte, um am Meer eine Woche lang neue Kraft zu tanken.
Was dann kam, lief zumindest für uns etwas anders als gedacht, aber es war gut so. Die gute Bekannte hatte etwas auf dem Herzen, das sie schwer belastete - und deshalb musste sie einfach mit jemand von "außerhalb" darüber reden.

Über ein Jahrzehnt hatte sie Küster- und Organistendienst in ihrer Pfarrei gemacht und damit weit über die mäßige Bezahlung hinaus der Kirche gedient. Ein Anruf genügte, so erzählte sie, und sie stand auf der Matte, und zwar ohne auf die Uhr oder die Lohnabrechnung zu schauen.
Ihr Mann war eher das, was man etwas ironisch einen "Quartalskatholik" nennen könnte; man traf ihn nicht jeden Sonntag in der Kirche, aber er respektierte und unterstützte den großen Einsatz seiner Frau. Bei etlichen Gelegenheiten war er in der Pfarrei mit helfender Hand dabei, einfach so.

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Mittlerweile liefen bei unserer Besucherin die Tränen, und der Taschen-
tuchverbrauch stieg rasant. Ihr Mann erkrankte überraschend an Darm-
krebs, litt viele Monate, war mehr im Krankenhaus als daheim, aber sie versah ihren Dienst weiter zu 100 %, und wo es absolut nicht ging, da ließ sie sich zuverlässig vertreten.
Sie sagte es mit großer Traurigkeit und Verbitterung: Die "hohen Herren", wie sie Pfarrer und Pastoralassistent gerne nannte, waren sonst oft bei ihr daheim, zu kurzer Visite oder auch länger. Das änderte sich, so zumindest ihre Darstellung, als ihr Mann krank wurde. Anfangs kamen sie, aber es war mehr ein Pflichtbesuch, hatte sie das Gefühl. Dann kam niemand mehr. Und als ihr Mann nach langem Leiden starb, da reichte es nur für eine Beileidskarte; ein Besuch oder gar ein Hilfsangebot fand nicht statt.
Die Küsterin ist nun eine ehemalige Küsterin. Es hat sie unend-
lich verletzt, dass man sie links liegen ließ, und so kam es, wie es kommen musste: Nach acht Wochen lag ihre Kündigung beim Pfarrer auf dem Tisch. Auch dann hatte sie noch die stille Hoffnung, dieser "Schrei" würde gehört. Dem war aber nicht so; die Kündigung wurde bürokratisch korrekt schrift-
lich bestätigt, und man dankte, wie sich das gehört, für ihren jahrelangen Dienst. Das war's.

Sie sei so tief verletzt, erzählte sie, dass sie drauf und dran sei, aus der Kirche auszutreten. Ob wir ihr mit unseren Worten wirklich helfen konnten - ich weiß es nicht. Aber wir haben zugehört, wir haben getröstet, und wir haben sie eingeladen, auf der Rückfahrt vom Meer unbedingt wieder bei uns Station zu machen.
Ob es ein Zufall ist, weiß ich nicht, aber gerade eben schrieb mir eine Leserin eine ähnlich traurige Erfahrung, aber sie ist psychisch stabiler
und wird es durchstehen, dass sie nun offenbar nicht mehr wichtig ist für Gottes Bodenpersonal.

Ja, auch solche Erfahrungen gibt es in Gottes großem Zoo hier auf Erden, aber zum Glück gibt es auch die anderen Priester, die nicht kneifen, wenn's richtig zur Sache geht. Euch danke ich von Herzen, und viele Leser sicher auch. Denkt immer daran: Ihr seid nicht Pfarrei-Bürokraten, sondern ihr seid Seelsorger!

Der neue liturgische Gruß zu Beginn der Hl. Messe lautet "Haben Sie alle gut geschlafen?"

Bei "katholisch.de" las ich gerade einen kurzen Artikel über Kardinal Tagle, der
den Priestern in seiner philip-
pinischen Heimat ans Herz gelegt hat, bitte auf die kor-
rekten liturgischen Texte zu achten.
Er höre leider immer wieder davon, dass Priester besonders zeitgemäß sein wollten und
den Gottesdienst mit einem "Guten Morgen!" beginnen würden statt mit "Der Herr sei mit euch!" ---> HIER !
Das wird von einigen Lesern so missverstanden, als habe der Kardinal etwas dagegen, wenn ein Priester "Guten Morgen!" sagt. So aber ist es nicht gemeint, er kann dies vor dem Beginn der Heiligen Messe
tun - zumindest dann, wenn es keine Abendmesse ist...

Mich erinnert das an ein Erlebnis bei einem auswärtigen Gottes-
dienstbesuch, wo solch ein selbst gebastelter Begrüßungsspruch kräftig in die Hose ging. Der Priester begann die Heilige Messe völlig korrekt, ging dann aber zum Ambo und fragte in die Runde "Guten Morgen! Haben Sie alle gut geschlafen?"  -- Was dann passierte, wird er sicher sein Lebtag nicht vergessen... ---> HIER !

"Radio Vatikan": Papst Franziskus war vor ca. 25 Jahren "ein abservierter Jesuit" aus der Provinz...

Herzlichen Glückwunsch! 
Papst Franziskus feierte gestern sein 25-jähriges Bischofsjubiläum, und darüber berichtet natürlich auch und erst recht "Radio Vatikan". Dabei schweift der journalistische Blick in die Vergangenheit, wozu auch sein Scheitern als Jesuitenführer in Argentinien gehört, das nur dezent mit
der Bemerkung angedeutet wird, vor ca. 25 Jahren sei er in der argentinischen Provinz abserviert gewesen und vermeintlich ohne Zukunft, was seine Kirchenkarriere betrifft. ---> HIER !

Der ZDF-Rom-Korrespondent Jürgen Erbacher wird da schon etwas deutlicher in seinem Blog "Papstgeflüster".
So schreibt er unter anderem, der jetzige Papst sei damals "nach internen Auseinandersetzungen" außer Landes geschickt worden, nach Deutsch-

land.
Wieder zurückgekehrt, habe er eine Zeit der "Läuterung" durchgemacht, denn er sei vorher in seinem Urteil über andere oft nicht gerade milde gewesen.
Erbacher verweist dann auf das erste Interview, das Papst Franziskus 2013 gab. Darin bekannte er: „Meine autoritäre und schnelle Art, Ent-
scheidungen zu treffen, hat mir ernste Probleme und die Beschuldigung eingebracht, ultrakonservativ zu sein. Ich habe eine Zeit einer großen inneren Krise durchgemacht, als ich in Córdoba lebte...Es war meine autoritäre Art, Entscheidungen zu treffen, die Probleme verursachte.“

Nachdem er bei den Jesuiten gescheitert war, bekam er überraschend
seine zweite Chance als Bischof.
Erbacher formuliert mit Blick auf die derzeitigen Führungsprobleme des Papstes ziemlich deutlich: "Ob er in den 25 Jahren wirklich alle seine als schlecht erkannten Eigenschaften der „ersten Karriere“ abgelegt hat, werden Historiker einst bewerten müssen. Als ein Defizit hatte er in dem bereits zitierten Interview die mangelnden Konsultationen vor Entschei-
dungen bezeichnet.
Hier dürfte er durchaus einiges dazu gelernt haben. Wenn er aber im Sommer 2013 sagt, dass er seine Entscheidungen „schroff und eigen-
mächtig“
getroffen habe, so kann man auch heute bisweilen den Eindruck haben, dass trotz Konsultationen an dieser Stelle der alte Bergoglio zum Vorschein kommt"
. ---> HIER !

Wir alle kennen das, allerdings sind wir zum Glück nicht Papst: Es ist schon so, dass einem viel zu oft die eigenen schlechten Eigenschaften (bei mir z.B. die Ungeduld) im Wege stehen. -- Mit anderen Worten: Ob Führung in der Weltkirche gut gelingt oder eben nicht, das muss nicht an den anderen liegen...

Dienstag, 27. Juni 2017

"Ehe für alle" - Ist die Schlacht für die katholische Kirche endgültig verloren?

Heute haben sich die Ereignisse überschlagen. Gestern Abend deutete sich für die katholische Kirche das heraufziehende Unwetter schon an, nachdem Angela Merkel eine Kehrtwende um 180 Grad gemacht hatte... ---> HIER !
Die SPD hat ihre Hausauf-
gaben durchaus gemacht, was geschicktes Taktieren zum richtigen Zeitpunkt betrifft: Heute kam wie aus der Hüfte geschossen auf einmal die Drohung, man werde das Gesetz für die Gleichstellung der Homo-Ehe noch in dieser Woche durch den Bundestag treiben - in einer Eile, als gehe es in dieser viertrangigen Frage plötzlich um Leben und Tod. ---> HIER !
Die katholischen Kirchenführer scheinen geradezu perplex und über-
rumpelt; offenbar ging man davon aus, dass es auch diesmal irgendwie dann doch wieder gut ausgehen werde. Man rühmt sich ja gerne der guten Kontakte des "Katholischen Büros" in Berlin mit den Telefonnummern aller wichtigen Politiker.
Doch man hat katholischerseits offenbar die Lage falsch eingeschätzt und vorher zu wenig Lobbyarbeit für den katholischen Standpunkt betrieben; jetzt ist das Kalb so gut wie versoffen, und man kann im wesent-
lichen nur noch mit Bedauern reagieren. ---> HIER !

Vielleicht ist aber die Argumentation des Kommentators Kilian Martin bei "katholisch.de" noch eine Chance: Die "Ehe für alle" ist nicht mehr zu verhindern, das sieht er klar. Mit dem aktuellen Coup wird man Fakten schaffen und nicht, wie vorher angekündigt, das Thema im Wahlkampf konträr behandeln. 
Es geht um eine Kehrtwende von geradezu historischem Ausmaß, denn - so Kilian Martin - bislang waren Ehe und Familie, wie wir sie ver-
stehen, vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt

Andererseits sieht Kilian Martin in seinem Kommentar auch, dass es nun eine um so dringendere Aufgabe für die Vertreter der katholischen Kirche sein muss, "immer wieder herauszustellen, welches Ideal hier aufgegeben wird...." ---> HIER !

Italienischer Priester wettert gegen Papst Franziskus - und wird vom Dienst suspendiert!

Vielleicht haben Sie es
heute auch schon bei "katholisch.de" gelesen:
Ein italienischer Priester,
der mehrfach gegen Papst Franziskus und "die Zerstörung der katholischen Kirche" auf der Kanzel gewettert hatte, wurde vom zuständigen Erzbischof von Palermo vom Dienst suspendiert. - Pfarrer Alessandro Minutella ist nun in Italien bekannt wie ein bunter Hund; die Medien soll voll von Berichten und Videos über ihn und seinen Kampf gegen einen Papst, den er für unrecht-
mäßig und für einen Anhänger der Freimaurer hält. Der Konflikt zieht
sich schon einige Monate hin, denn schon im März erhielt der Priester
die Aufforderung des Erzbischofs zur Mäßigung oder zur Aufgabe seines Amtes. ---> HIER !

Da bin ich als eher traditionell denkender Katholik hin und her gerissen: Für so manche Kritik an diesem Papst, die ja von vielen und vielfach geäußert wird, habe ich mindestens Verständnis. Das Problem scheint mir nur zu sein - so weit man das aus zweiter Hand überhaupt beurteilen kann -, dass es da auch Grenzen gibt, gemäß der Redewendung "Der Ton macht die Musik".
Im konkreten Falle hat der Priester, wenn ich die Recherche diverser italienischer Meldungen zusammenfasse, immer wieder mächtig vom Leder gezogen - teilweise unter heftigem Beifall während der Predigt in der Hl. Messe.
Auch jetzt ist es wohl so, dass große Teile der Pfarrgemeinde ihn gerade-
zu aufgefordert haben, die Suspendierung einfach zu ignorieren; beim Erzbischof hat man schon heftig gegen die Absetzung protestiert.

Es ist meines Erachtens nicht gerade förderlich für ein Gemeindeleben, wenn es ausgesprochene Fronten in der Pfarrei gibt, und es macht schon einen Unterschied, ob man den Papst z.B. in einem Buch mit gemäßigter Wortwahl kritisiert - oder polemisch in der Heiligen Messe.
Immerhin hat der Priester seinem Bischof bei der Weihe Gehorsam gelobt. Sachliche Kritik ist erlaubt - und wohl auch nötig -, doch wiederholte öffentliche Attacken in aggressivem Tonfall halte ich nicht für der Sache dienlich und eines Priesters nicht würdig, sorry. (Ich kriege jetzt wieder Ärger, ich weiß...)

In jedem anderen Beruf wäre der Mann mindestens ebenso hart diszi-
pliniert worden, oder können Sie sich einen Autoverkäufer vorstellen,
der den neugierigen Interessenten für einen Neuwagen häufig genüsslich erzählt, für wie miserabel er die Qualität dieser Marke hält?

Man schaue italienische Medien und Predigt-Videos ---> HIER und HIER und HIER und Videos HIER und HIER !

Österreich und Deutschland sehen schleichende Islamisierung des Balkans


Die beiden Artikel heute in der "WELT" ergänzen sich unerfreulich: Österreich sieht eine schleichende Islamisierung des Balkans, heißt es, ergänzt durch einen Artikel über zunehmende Einfluss Saudi-Arabiens im Kosovo, den auch die deutsche Bundesregierung mit Besorgnis sieht.

Die bekannte Salami-Taktik - immer ein bisschen mehr, bis die Region islamisiert ist?
Man lese ---> HIER und HIER !

Tritt Papst Franziskus, wie von ihm selbst angedeutet, im Jahr 2018 zurück?

Das gehört zum katholischen Unterhaltungsprogramm - so etwa in halbjährlichem Abstand hat mal wieder jemand die Ver-
mutung, Papst Franziskus sei schwer krank und / oder es gebe Hinweise darauf, dass er bald zurücktreten werde.
Immerhin hat er selbst anläss-
lich seines 80. Geburtstages im Dezember 2016 laut gedacht und erklärt, sein Pontifikat werde kurz sein, insgesamt "vier, fünf Jahre" - womit rechnerisch nach seinem Amtsantritt am 13. März 2013 spätestens im Früjahr 2018 sein Rücktritt fällig wäre.

Dass er systematisch Kardinäle in seinem Sinne ernennt, um die "Refor-
men"
auch nach ihm fortsetzen zu lassen, wird auch immer mal wieder als Zeichen gedeutet, dass er damit rechnet, nicht mehr lange Papst zu sein.
Neben früheren Spekulationen (z.B. ---> HIER und HIER !) deutet ge-
rade der bekannte Vatikan-Korrespondent Julius Müller-Meiningen das morgige Konsistorium als weiteres Signal für einen denkbaren Rücktritt... ---> HIER !

Das wird Papst Franziskus aber nicht freuen: Bürgermeisterin von Rom will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen!

In Italien steigt der Unmut in der Bevölkerung ange-
sichts immer noch anschwellender Flüchtlingszahlen über die Mittelmeer-Route.
Es ist im Grunde ähnlich wie in Deutschland: Die ferne Staatsregierung ist weit weg von dem täglichen Ärger und dem riesigen Aufwand, den die Kommunen zu leisten haben. Da kann auch einer als reformfreudig gel-
tenden Bürgermeisterin mal der Kragen platzen, und so hat das Stadtober-
haupt von Rom, Virginia Raggi, nun ihrem Verdruss Luft gemacht - in einem Schreiben teilt sie mit, man sei nicht mehr in der Lage, weitere Migranten aufzunehmen. ---> HIER !
Kritik geht auch in Richtung Europa, denn gerade Italien ist als Ankunfts-
land besonders strapaziert und fühlt sich von anderen Staaten, die deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen müssten, sehr unfair behandelt. Allein in die-
sem Jahr werden 200.000 Neuankömmlinge erwartet.

Dass die Flüchtlingskosten (auch zur Beruhigung der Steuerzahler)
in den Schätzungen gerne zu niedrig angesetzt werden, ist inzwischen be-
kannt; so wurden aus 20 Milliarden jährlich vor kurzem nach Aussage des Entwicklungsministers 30 Milliarden Euro jährlich für Deutschland, und pessimistische Prognosen von Finanzexperten sehen noch ganz andere Summen auf uns zukommen; man schaue z.B. ---> HIER !

Die Staatsverschuldung ist gigantisch, sodass die nächsten Generationen noch abbezahlen müssen (das Geld fehlt dann für Soziales), und gerade erfahren wir, dass Schätzungen davon ausgehen, dass die Hälfte aller Rentner in Deutschland künftig unter Armut zu leiden hat, und das nach einem arbeitsreichen Leben und jahrzehntelangem Einzahlen in die Rentenkasse ---> HIER !

(Heidnische) Sonnenwendfeier in der katholischen Kathedrale von Bari (Italien)

Sonnenwendfeiern (->HIER! ) sind heidnischen Ursprungs. Ob so etwas wirklich die richtige Idee ist für eine Aufführung ausgerechnet
in einer Kathedrale?
Man bilde sich selbst ein Urteil über dieses "Event" in Bari (Italien) ---> HIER und Videos HIER und HIER !